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Vorlesung des philosophisch-psychologischen Huckebeinarbeitskreises
des Hohen Reyches Lympurgia a. U. 161

Schlaraffen hört!
Thema
„Wer Sorgen hat, hat auch Likör“
Das Thema „ Wer Sorgen hat, hat auch Likör“ haben schon viele Sassen unseres kleinen Reyches mit dem großen Herzen zum Anlass genommen um mit mehr oder weniger geschliffenen Sätzen diese Aussage zu erläutern.
Jedoch und dies ist Ziel dieser Vorlesung hat man noch nie die Aussage „Wer Sorgen hat, hat auch Likör“ in einen mathematisch- sozialen Konsens gestellt und ausgewertet. Dieses soll hiermit geschehen.
Wenn man Aussagen untereinander austauschen kann spricht man in der Mathematik vom Kommutativgesetz.
Setzt man diese Regel in diesem Fall bei der Aussage „Wer Sorgen hat, hat auch Likör“ ein, würde als Ergebnis „Wer Likör hat, hat auch Sorgen“ herauskommen.
Hier und genau hier beginnt die vermeintlich klare Aussage die ersten Fragen aufzuwerfen.
Wenn man, um in der Mathematik zu bleiben, die Mengenlehre nutzt, ergibt sich folgendes Axiom.
Es gibt eine Menge Menschen, die Liköre besitzen und eine Menge Menschen die Sorgen haben. Aber ist die Schnittmenge mit der Aussage „Wer Sorgen hat, hat auch Likör“ in Übereinstimmung zu bringen?
Hier kann man mit einem sicherem Vielleicht antworten.
Aber betrachten wir die Aussage „Wer Sorgen hat, hat auch Likör“ einmal von der mathematisch- philosophischen Seite.
Fangen wir mit dem Substantiv „Likör“ an.
Likör ist ein alkoholisches Getränk mit einem Alkoholgehalt zwischen 15 – 35 % vol. Alkoholanteil. Wesentlich mehr Menschen trinken jedoch Bier oder Wein. Mit einem Alkoholgehalt zwischen 3 – 14 % vol. verschiebt sich die „Sorgengrenze“ wesentlich. Impliziert die Aussage “Wer Sorgen hat, hat auch Likör“, dass Menschen die Bier oder Wein trinken auch weniger Sorgen haben?
Mitnichten, oder auch Mitneffen.
Des Weiteren gibt es auch wesentlich stärkere Getränke wie Rum oder Whisky. Auf Basis der vorher genannten Rahmenbedingungen würden die Sorgen, aufgrund des Alkoholkonsums, bei dieser Personengruppe ins Unermessliche gesteigert.
Somit können wir feststellen, dass Huckebein das Substantiv „Likör“ bewusst als Mittelwert benutzt hat. Das Arithmetische Mittel:

bezieht sich genau auf die Mitte zwischen Bier und Rum.
Ein weiterer Ansatz ist der Theoretisch- Gesellschaftliche.
„Likör“ kommt aus dem Lateinischen, „Liquor“ und bedeutet Flüssigkeit. Aber davon abzuleiten, dass jeder der Flüssigkeiten zu sich nimmt, Sorgen hat, ist doch etwas abwegig. Im Umkehrschluss jedoch nimmt jeder der Sorgen hat Flüssigkeit zu sich, egal mit welchem Alkoholgehalt.
Wenn er es nicht tun würde, hätte er auch bald keine Sorgen mehr. Aber dies nur zur Erheiterung.
In unserer Gesellschaft steht der Begriff „Likör“ für eine gediegene Mittelstandsgesellschaft. Aber aufgrund von Statistiken weiß man, dass diese Gesellschaftsschicht die wenigsten Sorgen hat.
Man kann daher hier ableiten, das Huckebein sich mit der Aussage und der Nutzung des Substantivs „Likör“ bewusst von anderen Gesellschaftsschichten wie dem Proletariat oder der Bourgeoisie absetzen will.
An dieser Stelle möchte Ich den Gedanken über die erste Aussage beenden.
Kommen wir zum zweiten Substantiv, der Aussage „Wer Sorgen hat, hat auch Likör“. dem Begriff „Sorgen“.
Lt. Duden beschreibt der Begriff „Sorge“ in durch vorausschauende Anteilnahme gekennzeichnetes Verhältnis des menschlichen Subjektes zu seiner Umwelt und zu sich selbst. Eine subjektiv erwartete Not (Bedürfnis, Gefahr) wird gedanklich vorweggenommen und wirkt sich im Fühlen, Denken und Handeln des Besorgten oder Sorgenden aus. Umgangssprachlich wird auch der Begriff „Kummer“ verwendet.
Das Wort wird in dieser Bedeutung oft im Plural verwendet, zum Beispiel: „. ich mach mir Sorgen“. Diese Aussage hat uns alle schon seit Kindestagen begleitet.
Schon die Großmutter hat jeden Tag mit dem Satz „.. mach mir keinen Kummer“ oder die Mutter „ .. was hab ich für Sorgen“ begonnen.
Jetzt wird klar, das Huckebein mit dem Begriff „Sorgen“ keine ernsten pathologischen Ängste meinte, sondern ein Zustand, der in der meiste Zeit unseres Daseins zu unserem Leben gehört.
Auch sind Wortbildungen mit „Sorgen“ wie besorgen, umsorgen, versorgen, vorsorgen nicht unbedingt negativ besetzt. Sorgenfrei oder sorglos verstärken den positiven Ausdruck.
Kommen wir zur Zusammenfassung und Analyse der Aussage „Wer Sorgen hat, hat auch Likör“
Aufgrund meiner akribischen, stundenlangen Forschungen kann man die Huckebein zugeschriebene Aussage wie folgt interpretieren.
Da Sorgen ein Bestandteil des menschlichen Daseins sind und die Aufnahme von Flüssigkeiten unabdingbar zum Erhalt des menschlichen Wesens gebraucht werden, wird mit dem Vers „wer Sorgen hat, hat auch Likör“ zum permanenten Alkoholkonsum aufgefordert.
Die Verschleierung des Alkoholkonsums als „Sorgen“ und die Verniedlichung des Alkohols als „Likör“ weißt auf eine fortgeschrittene Alkoholsucht des Ehren Ritters Huckebein hin. Daher sollte er Kindern und Jugendlichen nicht zugänglich gemacht werden.
Wir haben mit diesem Referat ein neues, wenn auch alkoholgetränktes Kapitel des Ehrenritters Huckebein aufgeschlagen. Darauf noch einen „Likör“
Lulu