
Schlaraffen hört und merket auf,
unser Turney nimmt seinen Lauf.
Also lautet ein Beschluss,
dass der Schlaraff‘ was schaffen muss.
Und er soll sich Mühe machen
Nicht allein mit UHU‘s Sachen
20 Paragraphen Lehren,
Soll mit Reimen diese mehren.
Und dies zum Turney gemacht
Hat sich Blitz-Schelm ausgedacht.
Blitz-Schelm, Hör-Nix diese Beiden
20 Paragraphen reiten
Für ein Huckebein-Turney,
Dessen Ziel, ne Kette sei.
Nun war‘n diese braven „Lehrer“,
Vom Liköre die Verehrer
Was man ohne alle Frage
Bei Coronas Müh und Plage
Einem lieb‘ Schlaraffen-Mann
Auch von Herzen gönnen kann.
Um das Thema zu erhellen,
suche man in Busches Quellen
Neben Freud ist oft auch Leid
In der sippungslosen Zeit.
Wie wohl ist dem, der dann und wann
Sich etwas Schönes dichten kann
Und erste Pflicht der Dichtersöhne,
Ist sich an den Likör gewöhne,
Betört und gar beschwingt sodann
Fang ich mit dem Dichten an:
Nicht immer ist der Mensch nur heiter,
er kann auch krank sein und so weiter.
Das größte Übel aber droht,
wenn er zum Scheine nur ist tot.
Zum Scheine schlägt das Herz nicht mehr,
kein Lebenszeichen gibt es her
Kalt ist die Haut, der Mund steht offen
und auch das Atmen ist betroffen.
Zum Scheine tot, vom Schocke tot
Welch’ Unterschied, schock schwere Not.
So Wilhelm Busch, der Huckebein
Erzählt uns von dem Tod zum Schein.
Denn wenn man sich zu früh gefreut,
im Schocktod man’s dann selbst bereut.
Beim Scheintod gibt’s ‘nen Hoffnungsschimmer,
im Schocktod ist’s vorbei für immer.
Bei Huckebein, so aufgeschrieben,
Frau Sauerbrot tat tot da liegen.
Und heißa rufet Sauerbrot
Ja heißa, meine Frau ist tot.
Der Augenzeuge, ein Herr Knopp
Ist fasziniert und starr darob
schau hin, in dieses Seitenzimmer
hier ruhet sie beim Kerzenschimmer
Heute stört sie uns nicht mehr
also Alter setz dich her
nimm das Glas und stoße an
werde niemals Ehemann.
Denn als solcher kann man sagen
muss man viel Verdruss ertragen
ewig hast du Nörgelei
UHU sei Dank – es ist vorbei.
Liköre fließen durch die Kehle
in die aufgewühlte Seele.
Das Prosten und der Gläserklang
zeugt zweifellos von Freudendrang.
Doch war’s zu laut und ungeniert,
das hat die Frau re-a-nimiert.
Knarr – da öffnet sich die Tür
WEHE! Wer tritt da herfür?
Wahrhaftig ist’s Frau Sauerbrot,
sie war halt nur zum Scheine tot.
Starr vor Schreck der Kreislauf schockt
fällt er vom Stuhl, auf dem er hockt
schlägt mit seinem Kopfe auf
beendet ist sein Lebenslauf.
So kam der alte Sauerbrot
anstelle seiner Frau zum Tod.
Diesen schockbedingten Tod,
den Herr Sauerbrot uns bot
war die Folge mancher Sünden
die ich Euch jetzt will begründen.
Weil, wer immer Sorgen hat,
erlieget oft Liköres Macht.
Die Leibesfülle zeigt uns klar,
dass Alkohol am Werke war.
Es schwillt die Milz, die Leber auch
gequälet ist der Oberbauch.
Das Herz zu groß, der Blutdruck steigt,
der Zucker auf 300 zeigt.
Indes, trotz der Gesundheit Raub,
bleibt er für jeden Ratschlag taub.
Das tat er nicht, Schockschwerenot
so selbstverschuldet hat den Tod
von sich, der gute Sauerbrot.
Frau Sauerbrot begann zu schmusen
zog Knopp an Ihren festen Busen
die Schadenfreude im Gesicht
denn Alter schützt vor Torheit nicht.
Meistens hat, wenn zwei sich scheiden,
Einer etwas mehr zu leiden.
LULU