Schlaraffen hört!

So erzählte es Ehrenschlaraffe Huckebein:

Da hatte ich der Eltern wegen Maschinenbau fast ganz studiert,
doch meine Neugier wollte mehr, als Algebra, so war ́s passiert:
Ich quittierte strenge Logik und tauscht ́ sie gegen Musen ein,
die küssten mich bei Tag und Nacht bis zum Niederland am Rhein.

Ich konnte alte Meister spüren, wie sie mit Formen, Farben, Licht
das weiße Blatt zur Kunst erküren. Ich hörte, wie die zu mir spricht:
„Geh Deinen Weg zur Welt in Dir! Scher Dich nicht um Deine Zeit,
brich ́ mit des Bildermeiers Zier, die starr ummantelt jeden Streit !“

In tausend Bildern zeigte ich, wie Kunst dem Zeitgeist zugänglich,
denn wichtig ist der grobe Strich, das Ganze nur ist wesentlich!
Mein Mühen hat man übersehen und so blieb ich mit mir allein.
Der Spießer sollte sich verstehen und so erschuf ich manchen Reim,

mit Skizzen und Humor verziert, als Kinderstreiche leicht getarnt,
hab ́ ich mich schließlich doch blamiert, weil ich damit die Zeit umgarnt.
Selbstzufrieden sah man nicht, dass treffend war doch mein Gedicht.
Wo man am meisten drauf erpicht, gerade das bekommt man nicht!

Habt Ihr noch den Biedermeier mit liebenswerter Renitenz?
Schwieriger sind Medienschreier, die Follower mit Prominenz.
Die alles wissen ganz genau, die Prosa kennen, kein Gedicht.
Die Zeit, die alte Bügelfrau macht alles wieder schlicht !

Von Franz Marc hängt, gern beklatscht, sein blaues Pferd an jeder Ecke.
Mich jedoch hat man abgewatscht, ich malt mein Pferd mit roter Decke.
Ich bleibe frei, wie die Gedanken, dem Ingenieur ist nichts zu schwör:
Es ist ein Brauch von alters her: Wer Sorgen hat, hat auch Likör.

LuLu